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Ein großer Teil des Registerbestandes und des Orgelgehäuses wurde von der Vorgängerorgel übernommen. Das 1905 vom Orgelbauer Phil. Sieber erbaute Instrument besaß pneumatische Kegelladen und war im Stil der Deutschen Romantik disponiert. Das qualitativ sehr gute Pfeifenwerk lag bis auf die Terzmixtur des Hauptwerks, die in den siebziger Jahren gegen eine Mixtur 1 1/3' ausgetauscht wurde, noch nahezu authentisch vor. Auch das sich sehr harmonisch in den Kirchenraum einfügende Orgelgehäuse war, abgesehen von einigen Schäden an den Maßwerkschnitzereien, in sehr gutem Zustand. In Zusammenarbeit mit den Orgelsachverständigen Herrn Kirchenmusikdirektor Thomas Rothert und Herrn Bezirkskantor Hans - Eberhard Roß wurde ein Konzept befürwortet, das die Ubernahme der vorhandenen Register, den Wiedereinbau der Terzmixtur, sowie die Wiederverwendung des historischen Orgelgehäuses vorsah. Von einer Wiederherstellung des pneumatischen Systems wurde abgesehen und stattdessen dem Einbau von mechanisch traktierten Schleifladen den Vorzug gegeben. Um die musikalischen Möglichkeiten des sehr grundtönigen Klangspektrums zu erweitern, wurden neue Register hinzugefügt und der Tonumfang der Manuale auf 56 Töne, der des Pedals auf 30 Töne erweitert. Die zu ergänzenden Pfeifen wurden sorgfältig nach den vorhandenen Registerbauformen rekonstruiert. Bei der Auswahl der Dispositionserweiterungen und der späteren Intonation wurde sorgfältig darauf geachtet, dass die neuen Register im Wesentlichen dem Dispositionsstil des frühen 20. Jahrhunderts entsprachen und sich klanglich an den vorhandenen Bestand anpassten. Stellvertretend sei hier die Streichermixtur Harmonia aetheria 3f." genannt, die einen sehr weichen und milden Glanz erzeugt.
Die Dispositionserweiterung zog unweigerlich einen größeren Platzbedarf der Orgel nach sich. Hier mußte ein Konzept gefunden werden, dass die räumlichen Gegebenheiten des unter Denkmalschutz stehenden Kirchengebäudes berücksichtigte. Ferner wurde die bisher bestehende Positionierung der Orgel für kirchenmusikalische Zwecke als unbefriedigend empfunden.
Die Lösungsvorschläge wurden seitens der Gemeinde und aller Beteiligten sehr heftig und eingehend diskutiert. Beim nun realisierten Konzept wurde das Pedalwerk in C - und Cs - Seite geteilt und in jeweils eigenen Gehäusen auf beiden Emporenseiten aufgestellt. Die Vorderseiten der Pedalgehäuse sind dem Rahmenwerk des historischen Hauptgehäuses nachempfunden und schlicht gehalten, damit das Auge des Betrachters auf das mittlere Hauptgehäuse fixiert wird. Die seitlichen Füllungen wurden mit stilisierten Vierpassrosetten versehen, die einen guten Klangaustritt ermöglichen. Hauptwerk und Schwellwerk sind im historischen Gehäuse untergebracht, das um ca. 40 cm in der Tiefe erweitert wurde. Die fehlenden oder beschädigten Stücke der Maßwerksschnitzerein, Fialen oder Krabbenverzierungen wurden durch uns, anhand der vorhandenen Teile, restauriert bzw. ergänzt.
Um den konzertanten Gebrauch des voll mechanischen Instrumentes zu erleichtern, wurde eine Doppelregistratur vorgesehen. Der Einbau der Setzeranlage soll jedoch aus finanziellen Gründen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Umstellung des vorhandenen Registerbestandes von der Kegellade auf die Schleiflade zu einem überaus gelungenen Endergebnis geführt hat. Der vorher als eher roh" zu bezeichnende Registerklang, wurde durch den Einbau der mechanischen Schleifladen und durch eine behutsame Intonation der alten, sowie der neuen Register, veredelt. Die Woringer Orgel vereinigt die technischen Vorteile der mechanischen Schleiflade des zeitgenössischen Orgelbaus und das Klangerlebnis der Orgeln im frühen 20. Jahrhundert.
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