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Orgel der Pfarrei
St. Marien
Schmelz
Mechanische Koppeln:
II-I, Sub II-II, I-P,
II-P, Super II-P
Mechanische Spieltraktur,
elektrische Registersteuerung mit Setzeranlage
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Die Disposition lässt erahnen, dass die Epoche der französischen Romantik bei der Konzeption dieser Orgel Pate stand. Es gibt viele Instrumente, die dem heutigen Zeitgeschmack entsprechend, zwar ein französisches Récit Expressif besitzen, aber die übrigen Werke musikalisch einen anderen Stil verfolgen, um z.B. auch der Musik des Barocks Rechnung tragen zu können. Gerade bei kleineren Orgeln wird eine solche Kompromisslösung, im Hinblick auf die zur Verfügung stehende Registeranzahl, bevorzugt. Das Ergebnis ist jedoch oft eine klangliche Isolierung des Schwellwerks vom übrigen Orgelwerk.
Die Schmelzer Orgel hingegen wurde im Hinblick auf Mensurierung und Intonation so ausgelegt, dass sich alle Werke sich in das franz. romantische Klangbild einfügen. Verschiedene Register, insbesondere die Mixturen und die Zungen, orientieren sich an Mensurenvorlagen des französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll. Um die Intonation der Orgel im Sinne dieses großen Meisters der Orgelbaukunst so authentisch wie möglich durchführen zu können, haben wir vor Beginn der Intonationsarbeiten eine Orgelfahrt nach Paris unternommen. Somit konnten die an den großen Cavaillé-Coll Orgeln gewonnenen Höreindrücke direkt in die Intonation dieser Orgel einfließen.
Das Instrument besitzt 31 klingende Register verteilt auf 2 Manualen und Pedal. Die Register Oktav 8', Gedecktbass 8' und Trompete 8' wurden aus Kostengründen als mechanische
Pedalauszüge der jeweiligen 16' Lage gebaut. Dieses Konzept hat sich sowohl in technischer, wie auch in klanglicher Hinsicht sehr bewährt. Der Prospektentwurf entstand in Zusammenarbeit mit der Bauabteilung des Bistums Trier. Als Orgelsachverständiger hat Herr Domorganist Josef Still den Bau des Instruments mit Rat und Tat begleitet.
Das aus 15 m3 massiver Eiche gefertigte Orgelgehäuse besitzt eine Breite von 9,52 m und eine Höhe von 7,5 m. Es wird durch die sichtbaren Kirchenfenster der Westfassade in 3 Teile gegliedert. Der mittlere Gehäuseteil beherbergt das mit 14 Registern besetzte Schwellwerk. Die Prospektpfeifen des Pedalregisters Principal 16' verdecken den dahinterliegenden Jalousienrahmen.
Die Labialregister des Schwellwerkes stehen auf C-und Cs - Windlade aufgeteilt im hinteren Teil des Schwellkastens. Davor sind, durch einen Stimmgang getrennt, die Zungenpfeifen auf einer separaten Windlade mit höherem
Winddruck angeordnet. Durch diese exponierte Platzierung der Schwellwerkszungen, haben sie alleine gespielt, den Effekt eines Bombarde-Werks.
In den Gehäuseteilen links und rechts des Schwellwerkes befinden sich die Pedal- und Hauptwerkswindladen in diatonischer Pfeifenaufstellung. Die Prospektpfeifen, aus 75% ZinnBlei-Legierung, sind aus den Registern Principal 16' (ab D) und Principal 8' (ab C) entnommen. Das Pfeifenwerk, ausgenommen die Zungenregister, wurde in unserer eigenen Pfeifenwerkstatt hergestellt. Alle Mixturen sind auf Ton geschnitten. Die Streicherstimmen, die Prinzipale, sowie die überblasenden Flöten, besitzen die für die Romantik typischen
Expressionen.
Das Orgelwerk besitzt eine elektronische Setzeranlage mit 4000 Speicherplätzen. Die Bedienungselemente sind formschön und ergonomisch in den Spieltisch integriert. Das
Bedienerdisplay zum Einstellen der Speicherebenen befindet sich in der rechten Staffelei des Spieltisches. Zusätzlich ist unter dem Notenpult im direkten Blickfeld des Orgelspielers
ein weiteres Display zum Anzeigen der gewählten Kombination eingebaut. Weiterhin sind 3 Sequenzereinheiten (+/-) vorhanden.
Neben den vorhandenen Normalkoppeln besitzt das Instrument zwei mechanische Oktavkoppeln. Die Koppel Sub II-II dient u.a. dazu, die 16' Lage durch Differenztonbildung zu vertärken. Der Einbau der Koppel Super II-P erweitert die Möglichkeiten im cantus firmus Spiel, gerade im Hinblick auf den nicht disponierten Clairon 4' im II. Manual. |
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